Nach der Saison ist vor der Saison und wie immer freuen sich viele der Festival-Gänger schon im Winter, beim QUERBEAT FESTIVAL im kleinen oberschwäbischen Unterwaldhausen erstmals wieder durchstarten zu können. Am 24. und 25. April ist es wieder soweit, und das Querbeat-Team um Programm-Booker Manne Schlagenhauf steckt schon mitten in den Vorbereitungen. Musikalisch ist man in diesem Jahr erstaunlich breit aufgestellt und kommt vom akustiklastigen Celtic-Folkrock über beinharten Metalcore bis hin zu sanfter Soulmusik. Aber wie immer – und wohl auch sehr zur Freude der Fangemeinde – liegt der Schwerpunkt auch diesmal wieder bei Ska, Reggae und Punkrock.

Das Line-Up des QUERBEAT FESTIVALS lebt Jahr für Jahr auch von Insider-Tipps, die man bei und in Deutschland nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Folgende sechs Acts sollte man eigentlich nicht verpassen.
Obwohl die Band SONIC BOOM SIX aus Manchester seit mehr als 20 Jahren in England erfolgreich ist, kennt man sie bei uns in Deutschland bisher kaum. Ihr mitreißender Power-Sound ist ein ungezähmter Bastard aus diversen Stilen. Eine explosive Promenadenmischung aus Rock, Ska, Punk, Breakbeat, Rap und Dancehall. Dass sie über die Jahre hinweg für eine konsequente Haltung gegen Rassismus und das selbstgefällige Politik-Establishment stehen, macht die Briten und ihre charismatische Frontfrau Laila Khan umso sympathischer. Nachdem es zeitweise Ruhiger um SONIC BOOM SIX war, feierte die Band vor drei Jahren mit dem Remix- und Best Of-Album "Re-Generation" ein vielbeachtetes Comeback. Die daraus ausgekoppelte Single "Future Shock" erinnert an die besten Momente von Bands wie H-Blockx, Dog Eat Dog oder Guano Apes. Nun kommt die Briten exklusiv für zwei Auftritte mal wieder nach Deutschland. Nach Köln und ins kleine Unterwaldhausen!

Auch LA BRIGADE DU KIF aus Frankreich zeigt klar Kante zu brisanten gesellschaftlichen und politischen Themen. Die Band steht für die französische Auslegung des Ska-Sounds, also chansonesk überlagert, mit viel Swing und offen für andere Genres. Da dürfen schon mal Metal-Riffs, neben Walzer- und Polka-Tönen auftauchen. Die sechs Musiker haben ihr aktuelles Album "On veut du bruit" im Tourgepäck, von dem beim "Querbeat" sicher einige Titel, wie der sonnige Reggae-Ohrwurm "Loupé Mon Bus" oder das charmante Chanson "Alors On Chante", zu hören sein werden.
Okay, HOLLIE COOK ist die Tochter von Sex Pistols-Drummer Paul Cook, was aber gleich abgehakt werden kann, denn Name-Dropping hat die Britin schon mal gar nicht nötig. Mit
ihren sanften Reggae- und Soul-Nummern wird sie entspannt-groovige Vibes im Zelt aufkommen lassen. Die beiderseits des Atlantiks erfolgreiche Sängerin veröffentlichte seit 2011 neun Alben und
eigentlich ist es angesichts dieser hohen musikalischen Qualität unverständlich, dass sie in Deutschland nicht bekannter ist. Übrigens war HOLLIE COOK von 2006 bis 2010 Sängerin
der legendären Londoner Reggae-Punk-Band The Slits.
Zwischen Garage-Punk und New Wave-Rock ist der zwingende Sound der belgischen Band MARIA ISKAROT verortet. Die drei Musikerinnen aus Gent und ihr Drummer singen in ihrer
Landessprache und interpretieren die Songs mit durchaus eigener, teils experimenteller Duftmarke, was ziemlich interessant werden dürfte. Erst im Januar dieses Jahres wurde die Band beim
renommierten "Eurosonic Festival" von der TV-Reihe "Rockpalast" gefilmt. Mit der Ausstrahlung des kompletten Auftritts ist demnächst zu rechnen.

Nicht viele Bands aus Baden-Württemberg haben eine steile Karriere im deutschen Punkrock-Biz hingelegt. Nach Wizo, Itchy und Normahl darf sich inzwischen auch SCHMUTZKI zu diesem illustren Kreis rechnen. Das eigentlich vom Bodensee stammende Trio ist in der Stuttgarter Szene nach oben durchgestartet und füllt dort inzwischen auch größere Locations wie das "LKA Longhorn", welches immerhin für 1500 Besucher ausgelegt ist. Bei bandeigenen Gassenhauern wie "Meine Party" und "Beste Bar der Stadt" dürfte es vor der Bühne ordentlich abgehen. Die Liveshow in Unterwaldhausen ist der krönende Abschluss der aktuellen Tour und findet im mit Abstand kleinsten Ort statt - nach Stopps in Metropolen wie Berlin, Hamburg, Köln und München.
Kein QUERBEAT FESTIVAL ohne Legende. In der Psychobilly-Szene wird DEMENTED ARE GO schon seit Jahrzehnten als Kult-Combo gehandelt. Gegründet im Jahr 1981, bildeten sie zusammen mit den Meteors und Guana Batz die erste Welle der europäischen Psychobilly-Bands. Impulsgeber und Inspiration für Sänger Mark "Sparky" Philips und seine Jungs waren damals The Cramps aus den USA, die schon fünf Jahre zuvor aktiv wurden und auf die der Begriff "Psychobilly" zurückging. "Psychotic Mutilation", das neue Album von DEMENTED ARE GO, ist echter Rock’n Roll mit viel Twang - mit ordentlichem Punk-Drive und bluesigem Unterton sowie etwas Gothic-Flair. Und die Scheibe zeigt, dass die Elder Statesmen der Szene nach wie vor in guter Form sind.

Der Exoten-Bonus des Festivals gehört in diesem Jahr BLACK SABBITCH. Die All-Female-Band aus Los Angeles hat sich einem Black Sabbath-Tribute-Programm verschrieben. Seit die Kalifornierinnen vor zwei Jahren beim "Wacken Open Air" auftraten und vom Fernsehen aufgezeichnet wurden, haben sie auch hierzulande einen gewissen Bekanntheitsgrad. Mal sehen ob diesmal neben Iros und Dreadlocks auch Kuttenträger in Unterwaldhausen auftauchen.
Richtig hart wird’s vermutlich auch bei STESY. Die vierköpfige Band aus dem österreichischen Burgenland hat bisher vor allem in ihrer Heimat mit ihrem zeitgemäßen Mix aus
Rap, Metalcore und Electro – in der Szene auch als Trancecore bezeichnet - ein Statement gesetzt.
Wer dagegen auf Ska, Reggae und Rhythm’n’Blues der alten Schule abfährt, darf sich auf THE BANDULUS aus Austin/Texas und REGGAE WORKERS OF THE WORLD
freuen. Letztere kommen aus New York City und bilden ein All-Star-Trio mit Jesse Wagner (The Aggrolites), Nico Leonard (The Moon Invaders) und Vic Ruggiero (The Slackers). In diesem
Seiten-Projekt spielen die drei Herren, was ihnen Spaß macht und bei dieser Band können sie auch schon mal alte Hits von Bob Marley & The Wailers in einem feschen Ska-Medley
verbraten.

Neben den beiden immer gesetzten Ska-Lokalmatadoren MOSKOVSKAYA und BAD SHAKYN gehen auch noch die Skasters von FRAU DOKTOR aus Wiesbaden
auf die Bühne. Celtic-Folkpunk aus dem Sauerland steuern MUIRSHEEN DURKIN & FRIENDS bei und "Party-Hard" lautet das Motto der Punkrock-Band THE SNOUTS aus
dem nahen Meßstetten.
Insgesamt treten 15 Livebands auf, dazu sind das Soundsystem SOUL SHAKEDOWN (mit knusprigen Ska- und Rocksteady-Beat-Singles aus Jamaika), der Drum’n’Bass-Act
ANARCHY BASS PROJECT sowie die DJs N.D.L.Z. und NASTY JABBA am Start.
Wie immer wird direkt neben dem Festivalzelt ein Campingplatz eingerichtet. Ein kostenloser Bus-Shuttle-Service soll es ermöglichen, dass die Besucher am Festivalsamstag mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können.
Der Vorverkauf läuft, verbilligte Vorverkaufskarten können via Print@Home
direkt unter unter www.querbeat-festival.de geordert werden.
Miche Hepp