Konzert-Review


Hell Yeah !! - Southernrock from Gator Country

Molly Hatchet räumt im Obermarchtaler "Kreuz" mit vielen alten Krachern ab

Auch bei ihrer 2019er-Tour zum neuen Livealbum "Battleground" legte die Band MOLLY HATCHET in Oberschwaben einen Tourstopp ein. Die legendären Southernrocker rockten am 15. Dezember 2019 bereits zum zweiten Mal im Obermarchtaler "Kreuz". Nach einem stimmigen Gig der gutgelaunten Band vor rund 160 Besuchern war klar: MOLLY HATCHET und das "Kreuz", es könnte der Beginn einer dicken Freundschaft werden.   

 

Hell Yeah! Beim Auftritt von Molly Hatchet krachte es ordentlich unterm Gebälk.
Hell Yeah! Beim Auftritt von Molly Hatchet krachte es ordentlich unterm Gebälk.

 Zuerst gab es aber KING SAVAGE auf die Ohren, die bereits bei der Tour im vergangenen Jahr Support-Act bei MOLLY HATCHET waren. Die Jungs aus Karlsruhe rocken schon mit ganz dicker Hose. Zwar hapert es beim Wiedererkennungswert der eigenen Songs noch etwas, doch dieses Manko gleicht der hohe Energie-Level auf der Bühne wieder aus. Mit dem "Folsom Prison Blues" von Johnny Cash und dem AC/DC-Gassenhauer "Whole Lotta Rosie" blies die Band zudem zwei beinhart gebrachte Coverversionen aus den Boxen.    


 MOLLY HATCHET spielten anschließend ihre ganze Routine aus. Scheißegal, dass an diesem kalten Sonntagabend ins "Kreuz" 400 Besucher weniger kamen als tags zuvor im hessischen Bensheim. "Hell Yeah", die Band hatte gute Laune und wollte einfach nur einen coolen Abend mit den Fans haben. Kurzum, Bandleader Bobby Ingram und seine Bandkollegen haben sich echt reingehängt und den Leuten eine vollblütige Clubshow geliefert. Folglich hatten sich das Obermarchtaler Publikum und die Band schon nach den ersten Songs gefunden. Allerorten war dann auch ein anerkennendes "besser wie letztes Jahr hier" oder "besser wie vor ein paar Jahren in der Stadthalle Singen" zu hören. Anscheinend hatten sich Bobby Ingram und Kollegen den Blues-Klassiker "Nobody wants you, when you're down and out" zu Herzen genommen und waren nach einigen eher schwachen Auftritten gewillt, wieder mit mehr Herzblut zu rocken.

 

Die stets wehende Mähne ist sein Markenzeichen: Shawn Beaver beim Drum-Solo.
Die stets wehende Mähne ist sein Markenzeichen: Shawn Beaver beim Drum-Solo.

 Zur großen Freude der anwesenden Southernrock-Fans konzentrierte sich MOLLY HATCHET auf die band-eigenen Gassenhauer der frühen Jahre. Neun der 15 Songs, die an diesem Abend auf der Setliste standen, waren von den ersten beiden Alben der Band - angefangen vom unverwüstlichen "Whiskey Man", das natürlich bei keinem Konzert fehlen darf, über das stürmische Bobby Womack-Cover "It's All Over Now", bis hin zum dampfenden "Gator Country". Ebenfalls fester Bestandteil bei jeder Show ist die Allman Brothers-Coverversion "Dreams I'll Never See", welche von MOLLY HATCHET für das Debütalbum eingespielt wurde.


 Der neue Frontmann Jimmy Elkins - er war von der ebenfalls in Florida ansässigen Southernrock-Tributeband Bounty Hunter gekommen - machte seinen Job gut. Zudem unterschied sich seine Stimme nicht sonderlich von denen seiner Vorgänger, die ja ebenfalls ähnlich wie der erste MOLLY HATCHET-Shouter Danny Joe Brown klangen.


 Wenn das Spiel der Band zu besonderer Intensität anhob, machte sich leider schon mal das Fehlen eines zweiten oder gar dritten Gitarristen bemerkbar. In solchen Momenten hatte Bobby Ingram Probleme, sich bei seinen Soli gegen den "Wall Of Sound" der anderen Musiker zu behaupten. Andererseits bot dieses Line-Up mit einer Gitarre auch Entlastung für den Saitenzieher. John Galvin an den Keyboards unterstützte Bobby Ingram mit zahlreichen Boogie-Fills am Piano und brachte so auch ein angenehmes Roots- und Blues-Flair in den Sound.

 

Bandleader Bobby Ingram stieß vor 33 Jahren zu Molly Hatchet.
Bandleader Bobby Ingram stieß vor 33 Jahren zu Molly Hatchet.

 Mit den beiden Alltime-Favorites "Boogie No More" und "Flirtin' With Disaster" als umjubelte Zugaben endete dieser bemerkenswerte Gig nach knapp zwei Stunden. 

 

Fazit


 An die stürmische, kraftvolle Gangart der frühen Tage kommt die einstige "Gitarren-Armee" aus Florida zwar nicht mehr heran, doch für einen gutgelaunten Southernrock-Abend ist die Band immer noch bestens gerüstet. Zumindest bei ihrem Auftritt in Obermarchtal hinterließ die Truppe um Bobby Ingram einen ziemlich vitalen Eindruck, der Hoffnung auf einige weitere gute Jahre mit MOLLY HATCHET macht.

 


Setliste                                                     Whiskey Man,

Bounty Hunter,

Gator Country,

It's All Over Now,

One Man's Pleasure,

Devil's Canyon (mit Drumsolo),

Beatin' The Odds,

I'm Gonna Live Til I Die,

In The Darkness Of The Night,

Fall Of The Peacemakers,

Son Of The South,

Jukin' City,

Dreams I'll Never See.
Zugaben:

Boogie No More,

Flirtin' With Disaster

 

 


Ein dickes Dankeschön an Rich und Thomas vom "Kreuz"

für die unkomplizierte und kurzfristige Presse-Akkreditierung.

 


Text & Fotos: Miche Hepp